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 Prvi broj izašao 15. jula 1874. u Kragujevcu
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 16. April 1999
Izdaje NIP „GLAS“ a.d.
„GLAS JAVNOSTI“ d.d.
Vlajkovićeva br. 8,
Beograd, Jugoslavija

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Nato-Luftangriffe auf zehn Staedte in Serbien

Erneute Angriffe auf Zivile und Kloester

Belgrad - Nato-Luftstreitkraefte haben in der Nacht zum Donnerstag, am 23. Tag der Angriffe gegen Jugoslawien, zahlreiche, hauptsaechlich zivile Objekte in 10 Stadten in Serbien bombardiert und grosse Sachschaeden angerichtet.

Die Angriffsziele waren Belgrad, Pristina, Kursumlija, Kragujevac, Cacak, Uzice, Valjevo, Nis, Krusevac und Kraljevo.

Kursumlija - Am Mittwoch um 21.30 Uhr wurde die Siedlung Pepeljevac bei Kursumlija angegriffen, wobei drei Zivile verletzt wurden. Ausserdem wurde die Bruecke ueber den Fluss Toplica auf der Strasse Nis-Pristina beschaedigt.

Kragujevac - Nato-Flugzeuge haben zwei Angriffe auf Kragujevac geflogen, wobei eines der Ziele die Stadtmitte war, wo ein Brand entflammte, und das andere die Umgebung des Gedenkparks Sumarice. Es wurden mindestens zwei Raketen abgeschossen. An den Objekten entstand grosser Sachschaden und eine Person ist schwerverletzt.

Cacak - Nato-Raketen haben in der Nacht zum Donnerstag die Sendeanlagen des serbischen Fernsehens (RTS) auf dem Berg Ovcar bei Cacak und auf dem Berg Zlatibor bei Uzice beschaedigt.

Valjevo - Eine starke Detonation erklang eine Viertelstunde nach Mitternacht in der Umgebung von Valjevo, als Nato-Flugzeuge das Dorf Prilincevic, um fuenfzehn Kilometer von Valjevo entfernt, mit Raketen beschossen.

Nis - Eines der Luftangriffsziele war am Donnerstagmorgen um 4.40 die Stadt Nis, auf deren Umgebung sechs bis sieben Raketen fielen.

Krusevac - Nato-Luftstreitkraefte haben am Donnerstag um 00.20 mit zwei Raketen die Bruecke ueber den Fluss Zapadna Morava im Dorf Jasika zerstoert. Ausserdem wurde um 4.50 auch die Fabrik "14. Oktober" und das Sportzentrum angegriffen.

Kraljevo - In Kraljevo und seiner Umgebung ertoente am Donnerstag um 02.15 Uhr eine starke Detonation. Ausserdem wurden die Doerfer westlich von dieser Stadt angegeriffen, wobei ausser zerbrochenen Fensterscheiben, Sachschaeden an Wohn- und anderen Objekten entstanden.

Belgrad - Von der Explosion einiger Raketen, mit denen Nato-Flugstreitkraefte am Donnerstag um 1.32 das Gebiet des Berges Strazevica in der Gemeinde Rakovica beschossen, zerbrachen unzaehlige Fensterscheiben an Wohnhaeusern und anderen Objekten in den Siedlungen Miljakovac und Rakovica. Viele Bewohner sind durch zerbrochenes Fensterglas verletzt worden.

Das mittelalterliche Kloster des hl. Erzengels Mihael in Rakovica, eine Mittelschule, das Medizinische Zentrum und vier Bibliotheken wurden im Angriff schwer beschaedigt.

Vranje - Am Donnerstag um 11.05 haben Nato-Luftstreitkraefte noch einmal die Stadt Vranje und das Gebiet um Pcinje mit neun Raketen beschossen. Grosser Sachschaden wurde angerichtet, aber es gibt keine Angaben ueber Verletzte oder Tote.

Pristina - Nato-Flugzeuge, die am Mittwoch abend Pristina ueberflogen, schossen um 20.35 drei Raketen auf Gebiete nordoestlich und oestlich der Stadt.

Presevo - Zur selben Zeit haben NATO-Bomber mit acht Raketen die Umgebung einiger ueberwiegend von ethnischen Albanern bewohnten Doerfer bei Presevo beschossen, aber noch gibt es keine naeheren Angaben ueber die Hoehe des Schadens und Opfern.

Pec - Nato-Luftstreitkraefte haben in der Nacht zum Donnerstag die Kaserne in Pec mit zwei Raketen beschossen.

In zwei Anfluegen wurden mehr als zehn Kassettenbomben auf den Berg Pastrik geworfen. Flugzeuge der Nato-Allianz beschossen auch die Doerfer auf dem Berg Cicavica mit Raketen und Kassettenbomben.

Kosovska Mitrovica - Einige Raketen fielen ebenfalls auf das Randgebiet von Kosovska Mitrovica. Mehrere Haeuser wurden dabei beschaedigt, aber es gibt noch keine Informationen ueber Verletzte in diesem Angriff.

Loznica - Im Nato-Luftangriff am Donnerstag wurde das Kommunikationsschaltgeraet auf dem Berg Jagodnja in der Naehe von Krupanj getroffen, so dass Telefonverbindungen unterbrochen wurden und Radjevina die Programme des serbischen Fernsehens nicht mehr empfangen kann.



Jugoslawische und ausslaendische Journalisten am Ort des Nato-Angriffs auf das Fluechtlingskonvoi

Unschuldige Opfer

Djakovica - Um 70 jugoslawische und ausslaendische Journalisten besuchten am Donnerstag morgen in der Organisation des Presszentrums des jugoslawischen Heers den Ort des Nato-Angriffs auf ein Konvoi ziviler Fluechtlinge, in dem ueber 70 Personen ums Leben kamen.

Nato-Flugzeuge haben am Mittwoch um 15 Uhr zwei Mal eine Kolonne von um hundert Fahrzeugen mit albanischen Fluechtlingen



Viktor Tschernomyrdin, Sonderbeauftragter des russischen Praesidenten fuer BR Jugoslawien

Urheber neuer Initiative

Moskau - Viktor Tschernomyrdin, der Sonderbeauftragte des russischen Praesidenten zur Loesung der Jugoslawienkrise erklaerte, dass die Probleme mit denen er sich konfrontiert sehr kompliziert sind und er sich in den kommenden Tagen mit Fachleuten - Staatsmaennern und Politikern die "dieses Problem professionell angehen" - beraten wird.

Tschernomyrdin hat in einem Interview der Tageszeitung "Segodnya" betont, dass "die Welt am kritischen Punkt angekommen ist" und dass "eine russische Initiative nie so notwendig war wie heute".

- Die Initiativen, die Russland angeregt hat, sind vollkommen akzeptabel. Mir steht die Arbeit an der Durchfuehrung bereits vorgelegter Vorschlaege bevor und die Anregung neuer in Anlehnung auf russische Interesse. Aber ich sehe nur einen Weg zum Frieden - das sind Verhandlungen", sagte Tschernomyrdin.

Auf die Frage der Erfolgsaussichten, antwortete Tschernomyrdin, dass "er nie seinen Optimismus verloren hat", wobei er betonte, dass er gerade in besonders schwierigen Situationen der groesste Optimist war.



Luftbruecke mit BR Jugoslawien

Moskau - Russland erwaegt die Moeglichkeit, humanitaere Hilfe an BR Jugoslawien auf dem Landweg ueber Rumaenien zu senden und eine Luftbruecke mit Belgrad zu errichten, erklaerte der russische Minister fuer Notzustaende Sergei Schoygu am Donnerstag.



Nato-Generalsekretaer Javier Solana

Nato in Kosovo nicht erforderlich

London - Nato-Generalsekretaer Javier Solana deutete im Interview der "Financial Times" an, dass Nato auch andere Truppen akzeptieren koennte als jene auf denen er frueher bestanden hatte - zum Beispiel Friedenstruppen unter Nato-Fuehrung, beziehungsweise etwas wie SFOR in Bosnien.



Humanitaerkonzert des russischen Violinisten Vladimir Spywakow

Konzert mit "Moskauer Virtuosen" fuer Jugoslawien

Paris - Der beruehmte russische Violinist Vladimir Spywakow, zur Zeit in Paris engagiert, nahm die Einladung des Russischen Nationalorchesters an, nach Russland zu kommen, um mit den "Moskauer Virtuosen" Konzerte vorzubereiten, die in ganz Europa veranstaltet werden sollen um Spenden fuer Jugoslawien zu sammeln.

"Das ist eine besondere Eher fuer mich - erstens ein Orchester wie die "Moskauer Virtuosen" zu leiten, und zweitens der Anlass fuer die Veranstaltung dieser Konzerte", sagte Vladimir Spywakow. Das erste grosse Konzert zugunsten der Opfer des Nato-Bombardements in Jugoslawien wird in einer der bekanntesten pariser Konzerthalle, dem "Playel" veranstaltet, wo die russischen Musiker zusammen mit franzoesischen Pianisten die Werke von Beethoven, Ravel, Mozart und Franck spielen werden. Nach Frankreich sind auch Auftritte in Spanien geplant.



Ein Beitrag zur friedlichen Loesung der Krise

Argentinische Muetter kommen nach Belgrad

Paris - Eine Gruppe von Muettern, deren Kinder waehrend der Militaerhunta in Argentinien von 1976 bis 1983 spurlos verschwunden sind, werden nach Belgrad reisen um sich fuer die friedliche Beilegung der Krise einzusetzen.

Der argentinische Verband "Plasa de majo" hat mitgeteilt, dass Ebe de Bonafini, Praesidentin dieses Verbands, eine Delegation leiten wird, die zunaechst Budapest besuchen wird um sich mit jugoslawischen Diplomaten zu treffen, und danach ihre Reise nach Belgrad fortsetzen wird.



Unsere Journalisten zu Besuch bei der Familie von Dejan Bojkovic, der waehrend des ersten Bombardements an seinem Arbeitsplatz in der Oelraffinerie Pancevo ums Leben gekommen ist

Fatale Morgenroete der Nachtschicht

Familie Bojkovic, und mit ihr das ganze Dorf Jabuka, trauert um drei Opfer des Angriffs auf das Raffineriekraftwerk. Der Fruehling kam ohne Verspaetung in dieses friedliche Dorf unweit von Pancevo. Nur der Tod kam schneller.

Pancevo - Vor der Gartentuer steht ein alter Mann mit Traenen in den Augen. Das ist der Grossvater von Dejan Bojkovic (28), der am 4. April am fruehen Morgen in der Raffinerie "Pancevo" von einer Rakete getoetet wurde.

- O, mein Sohn, ich bin verflucht! - schluchzte der greise Stojce waehrend er verzweifelt sein Bauernhaende rang.

Im Garten empfaengt uns ein Maedchen, dass mit den Finegrn spielt und die Mutter ruft. Man erzaehlt uns, wie die dreijaehrige Dejana bei der Beerdigung ihres Vaters gefragt hat weshalb ihr "Daddy im Schlamm liegt".

- Ich blicke immer wieder auf die Tuer und erwarte, dass er an der Tuer anklopft. Haette er mich jemals geaergert, wuerde ich mich vielleicht besser fuehlen... Ich beweine sein Grab und frage Gott, weshalb er gerade ihn zu sich gerufen hat. Ich wuenschte, dass dieser Wahnsinn aufhoert, und wenigstens seine Kinder wissen weshalb sie leben - sagt Dejans Mutter Mira Bojkovic.

- Dejan verlaengerte seinen Militaerdienst um 58 Tage. Seine Vorgesetzten in Nis sagten, dass sie in den letzten zehn Jahren keinen so guten Soldaten hatten wie ihn. Er war meine rechte Hand in allem. Ich bin stolz auf ihn, sagte Vater Slobodan, der sein Leben lang in der Raffinerie gearbeitet hat.

Dejans Frau Snezana, eine junge stille Frau ueberwaeltigt vom Schmerz, umarmt das Kind. Sie erwartet die Niederkunft des zweiten Kindes Ende dieses Monats. Der ungeborene Sohn in Trauerkleidung.

- Wie waren neun Jahre zusammen, und jetzt stuerzte alles ein, wie ein Kartenhaus. Wir haben geplant, nach Ende seiner Nachtschicht Windeln einkaufen zu gehen... Grossvater leidet sehr. Wenn wir am morgen Milch einkaufen gehen, gehen wir an Dejans Grab vorbei. Das Kind sagt mir, wir sollen aufpassen um nicht auf Daddy zu treten, erzaehlt Snezana.

Die Arzte kaempften fuenf Tage um Dejans Leben. Seine Eltern haben nur schoene Worte fuer die uebermenschlichen Anstrengungen der Arzte ihren einzigen Sohn zu retten.

An jenem schicksalhaften Tag, wechselte Dejan seine Schicht und ging Abends arbeiten. Bei diesem Angriff starben auch seine Kollegen Mirko Dmitrovic und Dusko Bogosavljev. Sie wurden ein paar Tage vor Dejan beerdigt. Dejan starb am Karfreitag und wurde am Ostersonntag beerdigt. Gott nimmt wirklich die Besten zu sich!



Bahnbruecke ueber den Fluss Lim zerstoert

Uzice - Die Bahnbruecke ueber den Fluss Lim auf der Strecke Beograd-Bar, zwischen den Orten Priboj und Prijepolje, wurde am Donnerstag um 13.30 Uhr nach neuen Nato-Luftangriffen zerstoert.

Der groesste Teil der Bruecke stuerzte in den Fluss, waehrend an beiden Seiten nur 20 bis 30 Meter der Konstruktion verblieben.

Einige Augenzeugen des Angriffs behaupten, dass das Flugzeug, dass die Bruecke beschoss, getroffen wurde und in der Naehe des Dorfes Mazici, Gemeinde Priboj abstuerzte.



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